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Deutsche Steinzeug AG
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Deutsche Steinzeug AG, 17.10.2005 Allgemein
Dr. Gottfried Cremer, langjähriger Leiter der Cremer-Gruppe, verstorben

Knapp zwei Wochen nach seinem 99. Geburtstag verstarb am 15. Oktober 2005 mit Dr. rer. pol. Dr.-Ing. E.h. Gottfried Cremer eine herausragende und angesehene Persönlichkeit. Neben seinem umfangreichen unternehmerischen Schaffen widmete er sich zeitlebens der Keramik in all ihren Facetten, vor allem aber den Menschen, denen er im Laufe seines sehr erfüllten und ereignisreichen Lebens begegnete.


Jahrzehntelange Führung der Cremer-Gruppe

Der Verstorbene verkörperte eine Kontinuität, die ihresgleichen sucht: Nach einer akademischen Ausbildung mit Auslandspraktika leitete er ab 1940 mehrere Jahrzehnte lang die Familiengesellschaft Cremer-Gruppe. Hierzu zählten neben dem Stammhaus Cremer & Breuer in Frechen temporär u.a. die Firmen Abuplast und Annawerk (Rödental), Buchtal (Schwarzenfeld), Friedrichsfeld (Mannheim) und Hürner (Frankfurt). Das Produkt- und Tätigkeitsspektrum beinhaltete z.B. Kanalisationsrohre aus Steinzeug, Kunststoffverarbeitung, Engineering, Anlagen- und Maschinenbau, feuerfeste Materialien oder keramische Fliesen und Platten. Mittlerweile konzentriert die Unternehmensgruppe ihre Geschäftstätigkeit auf keramische Fliesen und Platten in Form der heutigen Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer AG.

An seinem 75. Geburtstag im Jahr 1981 übergab Dr. Cremer die operative Leitung an seinen Schwiegersohn Franz-Egon Wirtz. Als Aufsichtsratsvorsitzender der Unternehmen der Cremer-Gruppe begleitete er weiterhin deren Geschicke und feierte 1990 sein 50-jähriges Dienstjubiläum in dieser verantwortungsvollen Funktion. Auch danach pflegte Dr. Cremer engen Kontakt zur Firmengruppe und war willkommener Ansprechpartner für zahlreiche Belange.


Pioniergeist und ständige Suche nach Innovationen

Trotz der erwähnten Bandbreite der Aktivitäten lag der Tätigkeitsschwerpunkt von Dr. Cremer im Bereich der Keramik. 1937 gründete er im Auftrag seines Vaters Jakob Cremer das Werk Buchtal in Schwarzenfeld: Nach der Fertigung verschiedener Erzeugnisse wie z.B. feuerfester Materialien oder Dachziegel stellte er die Produktion mit großer Weitsicht um auf keramische Belagsmaterialien für Wand und Boden. In den 70er Jahren gelang ihm dann mit den "KerAion"-Großplatten eine revolutionäre Innovation, die Maßstäbe setzte und als "baukeramischer Meilenstein" bezeichnet werden kann.

Seine Schaffenskraft wird zudem dokumentiert durch eine ganze Reihe von Patenten, z.B. für spezielle Brennöfen, die erste vollautomatisierte Steinzeugrohr-Produktion oder besondere Verfahrensschritte zur Fertigung von Spaltplatten. Ein weiterer Beleg für seinen Pioniergeist war die Schaffung eines eigenen Instituts, das für die Unternehmen der Cremer-Gruppe firmenübergreifend Grundlagenforschung und Werkstoff-Studien betrieb. Diese Einrichtung erarbeitete sich in Fachkreisen einen so hervorragenden Ruf, dass sich später die Bayer AG daran beteiligte.


Nähe zu den Menschen und soziales Engagement

Unternehmerischer Erfolg war für ihn stets untrennbar verknüpft mit gesellschaftlicher Verantwortung: In der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Krieg sah es der Verstorbene als selbstverständlich an, den Bau von Kirchen, Schulen, ja sogar ganzen Wohnsiedlungen zu unterstützen. Viele Vereine, Maßnahmen und Aktivitäten wurden von ihm großzügig gefördert. Bereits zu einer Zeit, als das Thema Umweltschutz nur wenig öffentliche Beachtung fand, legte er großen Wert auf einen sorgfältigen Umgang mit den Ressourcen der Natur.

Er betrachtete die von ihm geführten Firmen als ein Teil der jeweiligen Region. In seinen unternehmenspolitischen Grundsätzen stellte er den Menschen und dessen Achtung in den Mittelpunkt. Diese Einstellung hat er vorgelebt und praktiziert: Seine Verlässlichkeit und Korrektheit waren allseits bekannt, genauso wie seine Begeisterungsfähigkeit und sein mitreißender Schwung. Geschäfte und Mitarbeiter lenkte er nicht vom Schreibtisch aus, sondern als geborener Rheinländer pflegte er gern den direkten Dialog. Bei aller Nähe blieb Dr. Cremer immer eine Autoritätsperson, der man natürlichen Respekt und ehrliche Anerkennung zollte.


Förderer der Wissenschaft und Kunst-Mäzen

Über seine unternehmerische Arbeit hinaus engagierte sich der Verstorbene in hohem Maße für Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft. So führte Dr. Cremer von 1957 bis 1969 die Deutsche Keramische Gesellschaft (DKG), die ihn mit der Böttger-Plakette, dem Rieke-Ring, der Seger-Plakette und der Ehrenpräsidentschaft ehrte. Auch an der Schaffung der Abteilung Keramik im weltbekannten Deutschen Museum in München war er maßgeblich beteiligt. Für seine Verdienste auf diesem Gebiet erhielt er 1976 die Oskar-von-Miller-Plakette in Gold und 1980 den goldenen Ehrenring des Deutschen Museums.

Die Förderung der keramischen Kunst lag Dr. Cremer stets am Herzen. Dieser Leidenschaft folgend, ließ er Anfang der 70er Jahre von dem bekannten Architekten Peter Neufert das Keramion in Frechen errichten. Das Gebäude in Form einer überdimensionalen Töpferscheibe war anfänglich als Galerie gedacht. Durch den sachkundigen Mäzen Dr. Cremer wuchs die Kollektion "deutscher keramischer Kunst der Gegenwart" schnell zu einer der umfassendsten Sammlungen überhaupt und das Keramion entwickelte sich zu einer internationalen Begegnungsstätte für Keramikfreunde aus aller Welt.

Die hohe Wertschätzung des Verstorbenen verdeutlichen viele weitere Auszeichnungen. Dazu zählen beispielsweise der 1962 verliehene Bayerische Verdienstorden oder die 1988 überreichte Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg. Hinzu kommen Ehrungen der Gemeinde Rödental, der Stadt Frechen und der Marktgemeinde Schwarzenfeld, die Dr. Cremer wegen seiner überragenden Verdienste mit der Ehrenbürgerschaft auszeichneten. In Schwarzenfeld wurde schon zu Lebzeiten die Straße zu seinem Wohnhaus nach ihm benannt.

Mit Dr. Cremer verliert nicht nur das Unternehmen, sondern die gesamte Branche eine außergewöhnlich charismatische Leitfigur. Er wird unvergessen bleiben: Als Unternehmer wegen seines beruflichen Lebenswerks und als Mensch wegen seiner besonderen charakterlichen Qualitäten.


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