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AGROB BUCHTAL, 20.11.2017 Allgemein
Apartment „Bazillion“:
Tag und Nacht / Öffnung und Rückzug / warm und kalt / leicht und massiv

Spannungsreiche Kontraste gekonnt inszeniert

Im Apartment „Bazillion“, einer 2016 fertig gestellten Zweitwohnung für zwei Personen, hat YCL Studio eine klare Linie zwischen Tag- und Nachtbereich gezogen, während gleichzeitig die konventionelle Trennung von Nass- und Trockenbereich verschwimmt. Das kompakte 45 Quadratmeter große Apartment besteht im Wesentlichen aus einem offenen Raum, den eine geflieste Wand unterteilt. Es befindet sich in einem neuen Wohngebäude in der Bazilijonu-Straße in der Altstadt von Vilnius und wird vom vielreisenden Auftraggeber für Kurzaufenthalte in der litauischen Hauptstadt genutzt.

Für die Innengestaltung zeichnet YCL Studio verantwortlich, ein junges Architekturbüro mit Sitz in Vilnius, das von den Architekten Tomas Umbrasas, Aidas Barzda und Tautvydas Vileikis sowie Grafikdesigner Rokas Kontvainis geleitet wird. Sie beschreiben ihr 2011 gegründetes Unternehmen als „kollaborativ arbeitendes Architekturbüro, das in den Bereichen Architektur, Innengestaltung, Planung, Stadtraumgestaltung, Landschaftsdesign und Forschung tätig ist“. Sie verstehen sich „als Teil der neuen Generation litauischer Architekten, die ihre internationale Erfahrung nutzen, um die lokale Architektur zu bereichern und zu stärken und ihr über die Grenzen des eigene Landes hinaus einen Namen zu machen“. Das „Bazillion-Apartment“ ist für Aidas Barzda das gelungene Ergebnis der Arbeit für einen aufgeschlossenen Kunden und der Kooperation mit engagierten Lieferanten und Bauunternehmen.

Bei diesem Apartment haben die Designer von YCL den verfügbaren Raum mit einer intelligenten Lösung genutzt und aufgeteilt: Eine schräg verlaufende Wand trennt den Raum in zwei gleich große Bereiche, zum einen Wohnbereich und Küche, zum anderen Schlafbereich und Bad. Ersterer ist kühl und leicht, letzterer warm und massiv. Der kühle Teil hat einen weißen Holzfußboden, eine weiße Decke und weiße Wände, während der Boden und die Wände des warmen Teils mit Fliesen in drei Schattierungen eines erdig rotbraunen Farbtons ausgekleidet sind. Die Fliesen stammen aus der Serie Goldine von AGROB BUCHTAL. Die Betondecke dieses Bereichs ist in einem Terrakotta-Farbton gestrichen, der mit den Fliesen korrespondiert. Die Verbindung zwischen den beiden kontrastierenden Bereichen schaffen schwarze, weiße und graue Möbel.

Die Abwesenheit anderer Farben hat eine starke Wirkung und vermittelt den etwas ungewöhnlichen Eindruck, sich in einem teilweise farbigen Schwarz-Weiß-Film zu befinden. Eine vergleichbare monochromatische Farbstrategie hat YCL bereits in mehreren Projekten eingesetzt.

Bei der Gestaltung des Apartments haben die Architekten zahlreiche Möglichkeiten erkundet, um beide Bereiche klar voneinander abzugrenzen. „Wir haben uns vorgestellt, dass der Tag hell ist, voller Licht, Gespräche, Freunde und Essen, während die Nacht nach einem privaten, sicheren und gemütlichen Ort verlangt, der leicht dunkel und verschlafen ist“, erklärt Barzda. „Um diesen Gegensatz auszudrücken, entschieden wir uns, eine klare Linie zu ziehen.“ Diese unterschiedlichen Stimmungen in einem relativ begrenzten Raum umzusetzen, war die Maßgabe und hat sämtliche Designentscheidungen beeinflusst. Nichts sollte die Aufmerksamkeit ablenken. Für sie als Architekten und auch für den Kunden, dem die Idee sehr gut gefiel, sollte das Apartment einen starken und unkonventionellen Charakter bekommen, so Barzda.

Der gewählte Kontrast von weißem Holz mit archaisch-kraftvoller Keramik ist nicht nur an sich bereits sehr stark, sondern beinhaltet zudem eine faszinierende Umkehrung: Die Aufteilung von Apartments richtet sich üblicherweise nach dem Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein von fließendem Wasser. Daher werden Küche, Bad und Toilette meistens zusammen gruppiert und häufig als eine Einheit betrachtet. In diesem Fall dagegen wurden Fliesen nicht für den „nassen“ Bereich in der Küche verwendet, sondern überraschenderweise für das Schlafzimmer.

Aus Barzdas Sicht gab es mehrere Gründe, sich in diesem Bereich für diese Fliesen zu entscheiden: „Wir wollten ein natürliches Material, das den ‚Raum füllen‘ kann und ein Gefühl von Dauerhaftigkeit vermittelt.“ Die Farbgebung erinnert dabei an die Backsteinbauwerke der Altstadt von Vilnius. Zudem waren die Designer der Auffassung, dass Keramik die gewünschte ruhige Atmosphäre schafft. Auffälligstes Kriterium ist jedoch die Befreiung der Fliese aus ihrer gewohnten Rolle und ihre Verwendung im Vordergrund und Zentrum des Raums. So unterstreicht das „Bazillion“-Apartment auf überzeugende Weise die Vielseitigkeit von keramischen Wand- und Bodenbelägen, die je nach Kontext stilistisch variabel und kreativ einsetzbar sind.

Kontakt
Werner Ziegelmeier (Leiter Public Relations)
Phone: +49 (0)9435 / 391-33 79
Mobile: +49 (0)160 / 90 52 71 59
Fax: +49 (0)943 / 391-30 33 79
Email: werner.ziegelmeier@deutsche-steinzeug.de


 
Motiv 1

Die Keramikfliese wird aus ihrer üblichen Rolle herausgelöst und übernimmt eine zentrale Rolle bei der charakterstarken Gestaltung des Apartments: Sie teilt den Raum in zwei Zonen mit jeweils eigener Atmosphäre.

Alle Bilder: AGROB BUCHTAL GmbH / Leonas Garbačauskas
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Motiv 2
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Motiv 3
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Motiv 4
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Schlafbereich und Bad strahlen Wärme und Solidität aus. Das Studio YCL wählte hierfür natürlich-erdfarbene Fliesen der Serie Goldline von Agrob Buchtal, wobei die Anmutung abhängig von Lichtart und Lichteinfall variiert
(siehe Unterschied zwischen Motiven 3 und 4 zu Motiven 5 und 6)
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Motiv 6
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